Abschied von Joachim Dangel

Joachim trotzte immer den Kräften der Natur beim Segeln, Kiten und Skifahren. Letztendlich vermochte nur eine gigantische Naturgewalt in Form von mehreren Lawinen Ihn zu stoppen.

Joachim verstarb am morgen des 20.04.2012 beim Heliskiing im Aostatal, seinem großen Lebenstraum, den er sich noch kurz vor Saisonbeginn 2012 verwirklichte und von dem er nicht zurückkehrte.

Als kleiner Bub auf einem der ersten Hobie 14 in Deutschland, nämlich dem seines Vaters und Altcommodore Süd Manfred Dangel, wurde Joachim vom Catsegeln infiziert.

Zuerst an der Vorschot seines Vaters auf Hobie 16 unterwegs, griff er ab 1978 dann als Steuermann mit seiner Schwester Christine aktiv in die Regattaszene ein.

Sein größter Erfolg „Kieler Woche Sieger“ 1991 auf Hobie 16 mit Martin Petri an der Vorschot.

Auf dem Hobie 16, mit seinem Sohn Laszlo, und später auf dem Tiger, gemeinsam mit Markus Axtner und danach mit seiner Frau Gabi, ersegelte er alles was es in Bayern so zu gewinnen gab. Mehrfach nahm er sehr erfolgreich an den Welt- und Europameisterschaften teil (4. der EM 1990 auf Hobie 16,  Salou (Spanien), 19. der Hobie Tiger WM am Gardasee 2001).

Als Hobie Cat den Tiger auf den Markt brachte, war er von diesem Schiff sofort fasziniert. Der Tiger mit der Segelnummer 053, ein gemeinsames Projekt von Joachim und Markus zog von Regatta zu Regatta.

Als der Tiger langsam an Bedeutung als Klasse verlor, engagierte sich Joachim zunehmend in der Deutschen Formula 18 Klassenvereinigung, um für sein geliebtes Schiff eine neue Plattform zu schaffen.

Ihm als Commodore Süd der F18 KV ist es zu verdanken, dass heute wieder 25 Schiffe bei den bayrischen  F18 Regatten um die Wette segeln und 2011, erstmals wieder in Bayern, mehr als 40 Schiffe bei der IDM am Ammersee antraten.

Joachim hatte eine kräftige Statur, die Ihn zum ausgezeichneten Starkwindspezialisten machte. Doch auch bei Leichtwind war er durch seine jahrelange Erfahrung und durch seine ausgezeichneten taktischen Fähigkeiten fast unschlagbar. Sein umfangreiches Segelfachwissen gab er immer in Form von durch Ihn geleitete Trainings an andere und zuletzt auch an mich weiter.

2004 wurde er zum Präsidenten des Yacht Club Ambach gewählt. Sein ganzer Stolz war die von Ihm veranstaltete Regatta „F18 Fun“ (früher Hobie Fun), zu der er immer breitwillig sein Platz an der Pinne räumte und stattdessen persönlich die Wettfahrtleitung übernahm.

Lieber Joachim, wir Danken Dir für Dein Engagement und Deine Kameradschaft. Du hast Dich um den bayrischen Katamaransegelsport besonders verdient gemacht.

Die Region Süd trauert um seinen aktivsten Regattasegler. Er hinterlässt bei Familie, Freunden und Segelkameraden sowie in der bayrischen Catszene ein großes Loch.

Hansjörg Herrbold